Pferde, und auch Menschen, schwitzen, um die Körpertemperatur
abzusenken. Auf dem Rücken der Pferde - relevant für das Schweißbild unter dem Sattel - befinden sich sehr wenige Schweißdrüsen. Die Schweißdrüsen des Pferdes liegen seitlich, am Hals und an der
Flanke, d.h. an einer relativ breiten Fläche, wo der Körper mit Hilfe des Windes und des entstehenden Schweißes die Körpertemperatur absenken kann.
Unter dem Sattel kann sich Schweiß bilden, wenn Luft zirkuliert und Reibung entsteht, allerdings nur dort, wo nur vorübergehender und gelegentlicher Druck auf den Pferdekörper entsteht. In der Hauptsache entsteht Reibung unter dem vorderen und hinteren Teil des Sattels.
Die Pferdeschulter bewegt sich in der Bewegung um bis zu 14
Zentimeter unter dem vorderen Drittel des Sattelkissens entlang. An den Stellen, wo die Gurtstrupfen den Sattelbaum fixieren und Steigbügelaufnahme und Kopfeisen eine feste Verbindung haben müssen,
darf es keine Bewegung geben, damit der Sattel nicht auf die Dornfortsätze der Wirbelsäule drückt und diese ggf. schädigt.
Folglich gibt es also unter dem Kopfeisen und der
Steigbügelaufhängung keine Reibung und es entsteht an diesen Stellen eine zumeist eher unregelmäßige, handflächengroße Trockenstelle. In der Regel schwitzen Pferde unter dem Sattel an dieser
Stelle - wenn überhaupt - zuletzt. Jahreszeit, Art der Haltung, Trainings- und Konditionszustand, Pferdetypus sowie die Reitweise haben aber auch maßgeblichen Einfluss darauf, ob ein Pferd hier mehr
oder weniger schwitzt.
Zu beachten sind kleinere trockene Spots mit einem Durchmesser von etwa 1-2 Zentimetern in der Sattellage. Diese können ein Zeichen von punktueller Druckbelastung darstellen. Wenn diese Spots
auftreten, sollte der Sattel zeitnah kontrolliert werden.